Weblog von Tobias Hölterhof

Wo genau liegt „klein Istanbul“?

Eine Studie an der Universität Duisburg-Essen untersucht kulturelle Stereotypen am Beispiel von Lehramtsstudierenden und findet heraus, dass Türken generell negativ bewertet werden. Eine alte Frau, die ich auf der Straße in einem ruhigen Kölner Wohnviertel angesprochen habe, macht das offensichtlich auch. Sie äußert sich besorgt über den Zuzug türkischstämmiger Mitbürger. Sie sagt, es sei hier ja fast wie in „klein Istanbul“. Ich möchte einen konstruktiven Beitrag angesichts dieser negativen Vorurteile leisten und schlage vor, dem Vergleich von Köln mit Istanbul als „klein Istanbul“ weiter nachzugehen.

Das richtige Istanbul wurde gute 500 Jahre vor Köln gegründet und hat ebenfalls wie Köln römische Wurzeln. Beide Städte haben somit auch römische Stadtmauern, über die sie im Laufe der Geschichte hinausgewachsen sind. Istanbul liegt in Europa, zumindest teilweise. Immerhin war Istanbul im Jahr 2010 eine „Kulturhauptstadt Europas“. Köln hat das nicht geschafft, obwohl es ganz in Europa liegt.

European Perspectives on Instructional Design

Within this years European Conference on Educational Research (ECER) in Budapest I contributed to a symposium on European perspectives on Instructional Design. Stefanie A. Hillen presented and reflected new tendencies to compose and establish a term "Didactic Design". But a deeper view on European traditions of Didactics unveils its inconsistency compared to the approach of Instructional Design. Maybe guided by a growing influence of the perspective on learning outcome within educational research and practice across Europe, this tendency fades out historical differences. But instead of bridging a gap between two traditions of thinking and complementing one another, it is uncertain in how far "Didactic Design" simply is repeating what Instructional Design still had said.

Ein spätsommerlicher Vergleich zwischen mediterranen Bussen und deutschen Regional-Expressen

In den letzten Wochen war ich ein paar Tage ein einem Land, in dem es im Sommer doch um einiges heißer ist als in Deutschland: Auf der Mittelmeerinsel Zypern wird es im August durchschnittlich bis zu 36 Grad warm. In dieser Zeit -- insbesondere um Mittag herum -- den öffentlichen Nahverkehr der Insel zu nutzen regt einen Bahn-Berufspendler unweigerlich zur Frage an, ob die Linienbusse mit funktionstüchtigen Klimaanlagen ausgestattet sind. Und da ich ja viel mit den Regionalbahnen der Deutschen Bahn unterwegs bin sind mir die Schwierigkeiten vertraut, solche Anlagen in Gang zu halten.

EARLI 2015 in Limassol (Cyprus)

This EARLI Conference at Cyprus is not like those Conferences where you enter a well air-conditioned conference hotel in the morning and leave it in the evening without recognising where your exactly are around the globe. No, because the conference location is distributed around the city, you keep on walking around and having beautiful impressions of Limassol, the city hosting the conference. But however, fans and ventilators -- or everything that can be used like them -- are important tools at the conference.

With nearly 30 parallel sessions the conference covers a detailed look at learning and instruction. Beside interesting talks and presentations the programme offers good opportunities to get in touch. I held a presentation about a social network analysis study in higher online education in Session E6.

Supernerds

Die Theatervorstellung "Supernerds" im Schaupielhaus Köln ist ungewöhnlich und macht nachdenklich. Es beginnt schon damit, dass alle Theaterbesuchenden gebeten werden, ihr Handy anzulassen und sich mit dem Supernerd-WLAN zu verbinden. Dann klingelt ständig das Handy, aber das sind keine Störungen, sondern gehört zum Theater. Ich habe z.B. einen Anruf von Julian Assange aus London erhalten. Assange spielt auch mit, aber nur als Hologram.

Vor dem Besuch des Theaterstücks war mir gar nicht die Tragik bewusst, das die deutsche Sprache kein Wort für das äußerst moralische Phänomen des "Whistleblowing" hat. Dabei ist dieses Phänomen eine moderne Form ethischer Skrupel. Und das damit angesprochene Thema, welches sich zwischen Freiheit und Verdammung bewegt, ist äußerst prekär. Immerhin sind die vermeindlich "Verratenen" sich bei weitem keiner Schuld bewusst, ganz im Gegenteil!

So wühlt das Theaterstück innerlich auf. Hinzu kommen die dokumentarischen und aufklärenden Episoden, in denen die modernen Überwachungsmöglichkeiten vorgeführt werden. Und selbst das Ausschalten der Geräte erscheint als Wirkungslos.

Wenden in den Geistes-, Sozial-, und Kulturwissenschaften

Wenden im Denken sind eine durchaus typische Bewegung, eine fast sportliche Anstrengung, die in der wissenschaftlichen Forschung mitunter eine Kehre in Methoden, Ansichten und Gegenständen bewirkt. Diese Figur explizit in einer Tagung zu thematisieren und damit ins Bewusstsein zu heben ist eine sehr spannende Idee, die zum Ausdruck bringt, dass die doch so oft gerne linear simplifizierten Bewegungen des Denkens letztlich komplexer und chaotischer sind. In der sehr schönen Umgebung des Schloss Wahn in Köln haben die Organisatorinnen und Organisatoren der Tagung so eine sehr anregende Athmosphäre geschaffen. Vielen Dank dafür!

Beiträge aus ethnologischer, sinologischer, künstlerischer, pädagogischer und philosophischer Perspektive stellen vielfältige Veränderungen dar, bei denen der Begriff "Wende" durchaus nicht unkritisch angewendet werden kann. Es lohnt sich einen Blick in die Abstracts zu werfen!

Jesus der alte Vegetarier

Eine Parodie des Johannesevangeliums:

In einem Konsumtempel in der Feinschmecker-Abteilung treibt sich Jesus herum, nachdem er von seiner Mutter bei einer Party gedrängt wurde, aus dem abgestandenen Wasser Wein zu machen ("Was habe ich mit Dir zu schaffen, Weib?", Joh. 2, 4). Zum Glück wurden vor kurzem die Öffnungszeiten verlängert. Da entdeckt er die Fleisch-Abteilung und gerät in Rage...

Stand clear of the doors!

(Foto: Sam Howzit) Das Wort "clear" verbinde ich mit dem aufgeräumten Bildschirm eines Basic-Interpreters oder einer Kommandozeile. Wie ein weißes Blatt Papier führt dieser Befehl zu Ordnung und Sauberkeit, indem er den Bildschirm löscht. Auf den Button "clear" drückt auch die Mitarbeiter/in von Security-Team am Flughafen, wenn keine verdächtigen Gegenstände auf dem Bildschirm des Scanners zu sehen sind. "Clear" beendet also das Gewesene und macht Platz für Neues. Für einen Moment wirkt alles wieder transparent und klar, wie etwa ein "clear sky".

Rhein Ruhr Express (RRX) bald ohne Halt in Köln-Mülheim?

Gestern fand vor dem Bahnhof in Köln-Mülheim eine Performance statt, die darauf aufmerksam machen möchte, dass in den gegenwärtigen Planungen zum Rhein Ruhr Express der Halt in Köln-Mülheim nicht mehr vorgesehen ist. Demnach hält ab 2018 kein Regional-Express mehr an diesem Bahnhof, sondern nur noch S-Bahnen. In einer Studie im Kontext der Konzeptentwicklung des RRX von 2006 heißt es, der Halt in Mülheim stehe zur Disposition: hier "sind die Vorteile für die Ein- und Aussteiger des RRX mit den Nachteilen für die durchfahrenden Fahrgäste durch entsprechende Fahrzeitverlängerungen abzuwägen." (siehe hier, S. 9). Wie die Aktion gestern zeigte ist offensichtlich den vielen Pendlern an diesem Bahnhof nicht bewusst, dass ohne weitere Interventionen der Regional-Express hier durchfahren wird.

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