Weblog von Tobias Hölterhof

Eindrücke von der DrupalCon 2010 in Kopenhagen

Drupal wächst. Zur Zeit werden ca. 1% der Inhalte im Netz von Drupal bereitgestellt. Wenn das Wachstum wie in den vergangenen Jahren weiter geht, könnten Drupal-Webseiten im Jahre 2020 etwa 10% im Web ausmachen, prognostiziert Dries Buytaert. Wichtigste Herausforderung ist dabei die Vergrößerung der Drupal-Community. Wie etwa mit der großen Anzahl an Modulen umgehen? Die Beispiele Firefox und Linux zeigen aber, dass Open Source Projekte durchaus diese Größe erreichen und überschreiten können.

Drupal wird ästhetisch. User-Experience und Design sind wichtige Themen für die Zukunft. Das Erstellen einer Webseite mit Drupal muss zum "Erlebnis" werden: ästhetisch ansprechen und beeindrucken (Dries ist Apple-Fan).

Drupal as Learning Management System: A Concept for Cloning Groups

Organic groups is an important feature in drupal, especially in educational contexts. Organic Groups can be groups of students learning and collaborating together. Organic Groups can also be complete courses in a program of study. If this courses are taught as distance learning or online learning, they usually contains learning documents and therefore re-usability is an important demand. The possibility of cloning or coping groups with its content is very important to use Drupal as a learning management system.

Regrettably cloning nodes is not an easy task in drupal. Many content types, in particular those providing a functionality, are implemented in modules and depends on special data structures or external resources. Cloning a book or a forum makes less sense without cloning its subpages or contributions.

Drupal vs. Typo3: objektorientiert oder nicht?

Das Content Management-System Drupal wird immer beliebter. Wie aus einem Interview mit Dries Buytaert bei LeMonde.fr hervorgeht, interessiert sich nun Barack Obama für das System. Diese Aussicht sollte überzeugend wirken, dass Drupal ein sicheres und stabiles System ist. Auch Buytaert geht in seinem Interview auf Vorbehalte ein, die ich von Drupal im universitären Kontext kenne. Hinzufügen würde ich noch den Datenschutz.

Letztlich sind es aber konzeptionelle Aspekte, die ein System zunächst auszeichnen und die es interessant machen. Ich hatte vor einiger Zeit schon eine Eigenheit dieses Systems im Vergleich mit Typo 3 herausgestellt. Insbesondere das steigende Interesse lässt nun einen weiteren Aspekt aufkommen, der generell auf die Art und Weise der Programmierung von Webanwendungen eingeht.

Johanna Schopenhauer in Weimar

Nach dem Tod ihres Mannes zog Johanna Schopenhauer 1806 nach Weimar. Viele Reiseführer über Weimar erwähnen nur beiläufig, dass sie neben der Herzogin Anna Amalia einen sehr bekannten Salon führte und viele Kontakte zu den Schriftstellern und Dichtern des klassischen Weimar hatte. Leider findet man noch weniger Informationen darüber, wo genau dieser Salon in Weimar lag. Auch Google gibt auf diese Frage keine Antwort...

Damit Google diese Information in Zukunft weiß, hier die Adresse: Nach Auskunft der Touristen-Information in Weimar war es am Theaterplatz 1. Heute gibt es dort ein Restaurant und ein Eiscafé. Die Bedienung des Restaurants war auch informiert darüber, dass hier einmal die Mutter des Philosophen wohnte. Angeblich sollte es auch eine Gedenktafel geben. Wir haben z.B. eine Gedenktafel entdeckt, die eigens angebracht wurde für die vergleichsweise kurze Zeit, die Hans Christian Andersen in Weimar verbrachte. Aber eine Gedenktafel für Johanna Schopenhauer haben wir nicht gefunden. Vielleicht wurde sie ein Opfer klassischer Souvenierjäger?

Köln hat ein Planetarium

Im Kellergewölbe eines Gymnasiums in Nippes findet sich Kölns einziges Planetarium. Ich war überrascht, dass es in Köln eine solche Einrichtung gibt und nach meinem ersten Besuch dort bin ich noch immer sehr beeindruckt!

Das Planetarium zieht sich in mehreren Gänge und Räume durch den Keller. Zahlreiche Plakate, Abbildungen und Grafiken finden sich an den Wänden. Außerirdische Musik ertönt aus Lautsprechern. Alte Computer stehen herum. Wenn man beim Betreten nicht wüsste, dass es sich um ein Planetarium handelt, könnte man meinen, es sei ein Museum für alte Lernprogramme zum Thema Astronomie. Modelle von Teleskopen können über Tasten gedreht und gewendet werden. Das alles fügt sich zusammen zu einer unkonventionellen aber äußerst originellen Optik. Diese ist zwar einige Lichtjahre vom State-of-the-Art entfernt, ist aber eben darin sehr souverän und zeigt, dass diese Lichtjahre in kosmischen Dimensionen kaum der Rede wert sind.

Das Planetarium ist mein Geheimtipp! Einmal die Woche gibt es dort eine Führung.

Microsoft Office 2003 unter Ubuntu

Gibt es nicht das Gerücht, dass Microsoft Word nicht unter Linux läuft? Klar, Linux-User haben ja kein Word! Das ist anscheinend ein immer wieder geäußertes aber inzwischen veraltetes Vorurteil: denn Microsoft Word läuft unter Linux! Inzwischen ist WINE -- der Windows-"Emulator" unter Linux -- so weit entwickelt, dass er Office 2003 ausführen kann. Man braucht dafür keine virtuelle Maschine und keine Windows-Lizenz, denn WINE bildet die Windows-Bibliotheken so nach, dass das Programm originär unter Linux läuft.

Synchronisation von Dateien mit Unison

Unison ist ein Programm für Windows, Mac und Linux, mit dem man Dateien über mehrere Orte Synchronisieren kann. Dabei sind mehrere Einsatzszenarien möglich: Unsion kann etwa für das einfache Backup eines Desktop-Rechners auf eine USB-Festplatte verwendet werden, als Alternative für Dienste wie Dropbox oder Ubuntu-One oder für die Synchronisation mehrerer Rechner mit einer Netzwerkfestplatte. Das Programm ist Open-Source und besitzt eine grafische Benutzungsoberfläche.

Die Synchronisation kann über folgende Wege erfolgen:

Kierkegaard auf Hochzeiten?

Eine Information an alle Standesbeamten und Brautpaare vorweg

Wenn Sie überlegen, bei einer Trauung ein Zitat von Sören Kierkegaard vorzulesen, lesen Sie bitte diesen Blogeintrag. Da es viele Zitate von ihm über die Ehe gibt, schätze ich die Zahl der täglichen Trauungen, auf denen Kierkegaard rezitiert wird, als sehr hoch. Ich war selbst schon auf einigen. Man sollte aber überlegen, ob Kierkegaards Leben nicht eher ein schlechtes Beispiel für eine Ehe ist. Sie müssen das natürlich selbst entscheiden!

Sören und Regine

Sören Kierkegaard war genau ein Mal in seinem Leben verlobt und nie verheiratet. Die Auserwählte hieß Regine Olsen. Sören hält am 8. September 1840 um ihre Hand an. Die Szene ist natürlich romantisch! Sören und Regine treffen sich bei ihr. Es ist niemand weiter zuhause. Sören bittet Regine, etwas auf dem Klavier zu spielen. Während Regine spielt, gesteht Sören ihr, dass er keine Ohren für die Musik hat, sondern nur Augen für sie und dass er sie schon seit zwei Jahren gesucht hätte.

Die Farbenfreundschaft zwischen Schopenhauer und Goethe

Nachdem Arthur Schopenhauer seine Dissertation abgegeben hatte, ließ er sie auf eigene Kosten drucken und schickte Goethe ein Exemplar. Goethe kannte er bereits durch die geselligen Teeabende in Weimar, die seine Mutter Johanna Schopenhauer regelmäßig veranstaltete. Ehe er sich mit ihr zerstritt, wohnte er eine Zeit lang in ihrem Haus. Goethe hatte zu dieser Zeit bereits seine Farbenlehre veröffentlicht und ist war der ihm zugesandten Doktorarbeit beeindruckt.

Es kam 1813 zu einer Freundschaft zwischen Goethe und Arthur Schopenhauer, in der auch Schopenhauer an einer Abhandlung "Über das Sehen und die Farben" arbeitet. Goethe lieh im zum Experimentieren und Forschen seine optischen Apparate. Die beiden führten zahlreiche Gespräche über das Licht und die Farben. Doch so nah man sich zu Anfang stand, so sehr wurden die Differenzen in der Farbenfreundschaft sichtbar. Goethe schrieb zu diese Zeit folgendes Gedicht, das sich auf den Gedankenaustausch mit Schopenhauer bezieht:

"Was Gutes zu denken, wäre gut,
Fänd' sich nur immer das gleiche Blut;
Dein Gutgedachtes, in fremden Adern,
Wird sogleich mit dir selber hadern."

Unbenutztes Zitat zu verschenken!

Gerade überarbeite ich meine Dissertation. Dabei fallen natürlich auch hier und dort ein paar Textstellen weg. Schweren Herzens muss man sich derart von so mancher Kreation oder Entdeckung trennen. Dieses Zitat habe ich im Kapitel über Nietzsche immer weiter nach hinten verschoben... bis das Kapitel fast fertig ist und das Zitat noch immer keinen Platz gefunden hat. Ich glaube, dass ist ein sicheres Zeichen, dass ich es nicht mehr brauche. Es ist also unbenutzt. Da ich es aber sehr schön finde, will ich es nicht einfach der DEL-Taste als Fraß vorwerfen. Deswegen schreibe ich es hier hin:

Mit der »Wahrheit«, mit dem Suchen der Wahrheit hat es etwas auf sich; und wenn der Mensch es dabei gar zu menschlich treibt – il ne cherche le vrai que pour faire le bien– ich wette, er findet nichts! (KGW VI2, S. 50, JGB §35)

Vielleicht kann es ja jemand gebrauchen? Geschenk ohne Umtausch oder Erstattung!

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