Theorieforum

Datum: 
12.07.2014
Ort: 
Mageburg
Organisation: 
Sektion Medienpädagogik der DGfE
Beitrag: 
Sich selbst im Netzwerk wählen? Bildungstheoretische und Existenzphilosophische Perspektiven auf das Netzwerk
Tobias Hölterhof

Während die Konstitution des Individuellen im Rahmen der strukturalen Bildungstheorie durchaus auf existenzphilosophische Ansätze zurückzuführen ist, wie sie etwa bei Jean Paul Sartre oder Martin Heidegger zu finden sind (vgl. Marotzki 1990), verweist insbesondere die Analyse der eigenen Wahl des Subjekts auch auf die Anfänge des Existenzdenkens bei Sören Kierkegaard. Anhand der existenziellen Dynamik der Wahl als eigene Wahl des Subjekts arbeitet Kierkegaard dabei die Kategorie des "Sich zu sich selbst Verhaltens" heraus (vgl. z.B. Tugendhat 1989). In der Wahl seines Netzwerkes, so müsste man hier ergänzen, konstituiert sich ebenfalls die Individualität des Subjekts.

Bislang wurde die Rezeption der Existenzphilosophie von Kierkegaard im pädagogischen Kontext von digitalen Medien vergleichsweise einseitig und pessimistisch initiiert von Hubert Dreyfus mit einem Fokus auf Kierkegaards Ausführungen zur Presse (vgl. Dreyfus 1999, Prosser & Ward 2000, Blake 2002). Die vorliegende Untersuchung greift den Aspekt der eigenen Wahl im Kontext digitaler Netzwerke auf, um Kierkegaards Philosophie anhand eines charakteristischen Begriffs seiner Philosophie für diesem Bereich fruchtbar zu machen. Eine solche Ausführung birgt das Potential, spezifische Aspekte der Subjektwerdung in digitalen Netzwerken herauszustellen.

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