Philosophie

Existenzphilosophie und Pädagogik

Mit großem Interesse lese ich zur Zeit einige Artikel über das Verhältnis von Existenzphilosophie und Pädagogik in Deutschland. Wer sich mit dem Thema beschäftigt wird schnell merken: sehr groß ist der Einfluss der deutschen Existenzialisten auf die Pädagogik nicht gewesen. Eher das Gegenteil ist der Fall: Es gibt zwar ein paar Ansätze, man könnte es im Großen und Ganzen aber auch als ein Ignorieren der Existenzphilosophie durch die Pädagogik beschreiben. Das ist sehr spannend, zumal ich bisher der Meinung war, dass Philosophinnen und Philosophen, die aus der Existenz des Menschens heraus argumentieren, viele Kategorien ansprechen, die pädagogisch sehr relevant sind. Es handelt sich z.B. um Autonomie, Freiheit, Subjektivität, Authentizität und Wahl/Entscheidungen etc.

Medien - Wissen - Bildung: Kulturen und Ethiken des Teilens

Beitrag: 
Soziale Netzwerke im Internet als Phänomen der Sympathie: Eine Interpretation von Social Software in Anlehung an die Phänomenologie und Ethik Max Scheler

Der Beitrag klärt, inwiefern soziale Netzwerke im Internet phänomenologisch als Sympathie verstanden werden können und welche Rolle der Sympathie hier deskriptiv und normativ zugeschrieben werden kann. Mit Rückgriff auf Max Scheler ist das Phänomen der Sympathie die Befähigung zur Sozialität, somit eine Wesenseigenschaft des Menschen, die sich auch in sozialen Netzwerken manifestiert. Anhand einer Erörterung ausgewählter sozialer Netzwerke und Beiträge hieraus wird diese Verortung konkretisiert sowie Eigenheiten und Bedingungen aufgezeigt, die Sympathie hier prägen.

Ein Schopenhauer-Herbst!

In diesem Herbst bieten Nancy Hölterhof und ich zwei ungewöhnliche Seminare über Arthur Schopenhauer in der Erwachsenenbildung an. Die Seminare beleuchten jeweils Eckpunkte seiner Philosophie. Zum Einen geht es um die eigene Erfahrung, die als unmittelbare Wahrnehmung den Archimedischen Punkt in Schopenhauers Denken bildet. Von diesem Ausgangspunkt entwickelt er eine selbstbezügliche und expressive Methode des Philosophierens. Im zweiten Seminar steht der Pessismismus im Mittelpunkt. Indem er das Negative als das Ursprüngliche enthüllt, geraten viele alltägliche und scheinbar selbstverständliche Überzeugungen des Lebens in eine ungeahnte und herausfordernde Kritik.

Ursachen für erfolglose Ausbildungssuche

Diesmal stammt das Beispiel für die Diskussion über Tautologien in der Praxis nicht von der Deutsche Bahn, sondern vom Bundesinstitut für Berufsbildung. Im Jahresbericht 2009/2010 wird eine Forschungsstudie erwähnte, in der (u.a.) Faktoren für die erfolglose Suche nach Ausbildungsplätzen untersucht werden. Die Faktoren werden anhand einer Befragung der Jugendlichen ermittelt. Hier die kurze Zusammenfassung der Ergebnisse, wie sie im Jahresbericht auf Seite 11 zu lesen ist:

Hauptursachen für erfolglose Ausbildungsplatzsuche nach Einschätzung der Stellenbewerber/ -innen (Mehrfachnennungen möglich):
- erfolglose Bewerbungen (60 %)
- zu hohes Alter (24%)
- zu geringer Schulabschluss (18%)
- bewusste Entscheidung gegen Ausbildung (11%)
- persönliche Gründe (8%)
- frühzeitiger Ausbildungsabbruch (7%)
- Kündigung durch Betrieb (6%)

Philosource: Philosophische Literatur im Internet

Wer sich schon einmal wissenschaftlich mit Friedrich Nietzsche auseinandergesetzt hat, dem werden die folgenden Abkürzungen wahrscheinlich bekannt sein: KSG, KGW, KGB. Sie stehen für diverse Ausgaben der Schriften Nietzsches. Im Internet findet sich nun eine neue Abkürzung: "eKGWB". Das kleine "e" am Anfang der Abkürzung ist ja bereits aus anderen Kontexten bekannt und weist auf das Internet hin. Entprechend bezeichnet "eKGWB" bei Nietzsche Source die neue digitale Gesamtausgabe Werke und Briefe abgekürzt.

Warum ist Metaphysik so merkwürdig?

Gestern war ich auf dem 3. Doktorandenkolloquium der Schopenhauer Forschungsstelle an der Universität Mainz. Ich hatte die Gelegenheit, mein Dissertationsvorhaben vorzustellen und zu diskutieren. Es war trotz der Hitze eine sehr konzentrierte und interessierte Atmosphäre, so dass sich meine Vorbereitungen in der vergangenen Woche gelohnt haben. Spannend ist es, in welcher Breite über Schopenhauer geforscht wird, sowohl hinsichtlich der Disziplinen als auch der Fragestellungen.

Erhöhtes Fahrgastaufkommen

Die Erklärungen der Deutschen Bahn für die zahlreichen Verspätungen im Nahverkehr zeigen immer wieder, wie praktisch und aktuell die Philosophie der Erklärung sein kann. Diesmal eine (im Vergleich zum letzten Mal) sehr informative Aussage: "Wegen erhöhtem Fahrgastaufkommen hat Zug XX eine Verspätung von YY Minuten". Bei dieser Erklärung erscheint es als ausgeschlossen, dass etwas durch sich selbst erklärt wird.

Die Brisanz dieser Erklärung besteht jedoch in der Frage, ob das erhöhte Fahrgastaufkommen eine notwendige oder eine hinreichende Bedingung für die Verspätung ist:

Wie stoisch ist Schopenhauer?

Auf den ersten Blick scheinen sie unvereinbar: der Pessimist Schopenhauer und der Stoiker Epiktet. Für beide ist der Leidensbegriff zentral in ihrer Philosophie, aber beide kommen zu unterschiedlichen Auffassungen. Für Epiktet ist alles Leiden der Welt nur eine Frage der Einstellung: man kann leben ohne zu leiden. Für Schopenhauer hingegen ist das Leiden das Positive und Glück nur die kurzzeitige Abwesenheit des Leidens: das Leben ist wesentlich Leiden.

Gleich am Anfang der "Welt als Wille und Vorstellung" schreibt Schopenhauer über die stoische Philosophie:

„Man sah ein, daß die Entbehrung, das Leiden, nicht unmittelbar und notwendig hervorging aus dem Nicht-haben; sondern erst aus dem Haben-wollen und doch nicht haben; daß also dieses Haben-wollen die notwendige Bedingung ist, unter der allein das Nicht-haben zur Entbehrung wird, und den Schmerz erzeugt“ (WWV1 §16)

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