Scheler

Medien - Wissen - Bildung: Kulturen und Ethiken des Teilens

Beitrag: 
Soziale Netzwerke im Internet als Phänomen der Sympathie: Eine Interpretation von Social Software in Anlehung an die Phänomenologie und Ethik Max Scheler

Der Beitrag klärt, inwiefern soziale Netzwerke im Internet phänomenologisch als Sympathie verstanden werden können und welche Rolle der Sympathie hier deskriptiv und normativ zugeschrieben werden kann. Mit Rückgriff auf Max Scheler ist das Phänomen der Sympathie die Befähigung zur Sozialität, somit eine Wesenseigenschaft des Menschen, die sich auch in sozialen Netzwerken manifestiert. Anhand einer Erörterung ausgewählter sozialer Netzwerke und Beiträge hieraus wird diese Verortung konkretisiert sowie Eigenheiten und Bedingungen aufgezeigt, die Sympathie hier prägen.

Diaphora und Adiaphora

Schon in seinen frühen Schriften, nämlich seiner Dissertation über die "Beziehungen zwischen den logischen und dem ethischen Prinzipien", stellt Max Scheler fest, dass ihm die stoische Unterscheidung der menschlichen Angelegenheiten in Diaphora und Adiaphora -- in sittlich relevante und sittlich gleichgültige Dinge -- eine Verkürzung des Reichtums menschlichen Lebens darstellt. Dazu muss man Wissen, dass in der Stoa die Adiaphora im allgemeinen deutlich "unfassender" ist, wenn man das so sagen darf: sie umfasst Schönheit, Reichtum, auch Gesundheit etc. Dies alles ist sittlich nicht wichtig und sollte uns nicht vom eigentlich Guten ablenken, nämlich der Tugend.

Die Stellung des Menschen im Kosmos

Scheler entwickelt eine Stufenfolge des psychophysischen Seins, in der den Tieren und den Pflanzen die Wesensformen Gefühlsdrangs, Instinkt, assoziatives Gedächtnis und praktische Intelligenz zukommen. Diese Formen betreffen sowohl das äußerliche, behavioristische Verhalten, wie auch das Innensein der Lebewesen. Der Mensch unterscheidet sich wesentlich von Tieren und Pflanzen durch seinen Geist. Unter "Geist" versteht Scheler das ideierende, vergegenständlichende Vermögen im Menschen. Der Geist jedoch ist das gegensätzliche Prinzip zum Leben.

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